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Vorgestellt:Das Regionalteam Eifel stellt sich vor

Das Regionalteam für die Region Eifel
Datum:
18. Juli 2022

Georg Nilles, 62 Jahre; Pastoralreferent, Alfred Piehler, 66 Jahre, ehemaliger Verwaltungsbeamter, jetzt Pensionär und ehrenamtlich im Regionalteam Eifel engagiert und Philipp Cuck, 73 Jahre, Regionalvikar, bilden das Regionalteam für die Region Eifel. In einem kurzen Steckbrief stellen sie sich selbst und ihre Motivation vor.

Warum ich mich im Regionalteam engagiere:


Nilles: Nicht nur im Bereich meiner Einsatz-GdG Monschau sondern auch in der Region Eifel gilt es, vor dem Hintergrund der sich rapide verändernden gesellschaftlichen und kirchlichen Rahmenbedingungen, kirchlich-religiöses Leben zukunftsfähig zu gestalten. Diese Aufgabe gemeinsam mit vielen anderen engagierten Menschen mitzugestalten und gleichzeitig den besonderen Bedingungen und Voraussetzungen der Region Eifel als ländlich geprägter Flächenregion gerecht zu werden, empfinde ich als ebenso spannende wie reizvolle Aufgabe. Hierzu leiste ich sehr gerne meinen Beitrag.

Piehler: Ich bin im Eifeldorf Marmagen geboren und lebe zusammen mit meiner Ehefrau seit jetzt 41 Jahren in Holzmülheim. Gegen Widerstände aus dem Dorf haben wir vor ca. 30 Jahren unsere Kapelle renoviert. Bei der Wiedereröffnung durfte ich dann bei der Begrüßung der Gäste sagen: „Ohne Kirche und Kneipe stirbt das Dorf!“ Ich möchte einfach mithelfen, den so wichtigen „Heute bei dir – Prozess“ in unsere Region zu bringen. In den letzten vier Jahren habe ich sehr viele Menschen in unserem Bistum kennenlernen dürfen, die mithelfen wollen, dass die Kirche in unserem Bistum überleben kann. Bischof Helmut Dieser ist auf dem richtigen Weg der notwendigen Demokratisierung in der katholischen Kirche. Es gilt einfach ihm und uns bei dieser überlebenswichtigen Aufgabe zu helfen.


Das zeichnet unsere Region aus:


Nilles: Als Landregion ist die Eifel geprägt durch weite Entfernungen und lange Wegstrecken. So gehört es seit langem zum Alltag „der Eifeler“, dass Wohnort und Schulort, Arbeitsort, Einkaufsmöglichkeiten etc. mitunter sehr weit auseinander liegen. Auch die Teilnahme an kulturellen, gesellschaftlichen und geselligen wie auch Sport-, Vereins- und anderen Freizeitaktivitäten erfordern oft einen weiten Anfahrtsweg. In der Regel gibt es in der Eifel noch eine hohe Identifikation der Menschen mit der Kirche, deren Traditionen und Werten. So wird das eigene Dorf- und Gemeindeleben - tief verwurzelt im Glaubensleben - größtenteils als verbindende und verbindliche Wertegemeinschaft erlebt. Die Kirche im Dorf ist Identifikations- und Kristallisationspunkt der dörflichen Gemeinschaft.


Cuck: In der Eifel „steht die Kirche noch im Dorf!“


Piehler: Man könnte jetzt einfach sagen: Schauen Sie sich die Baugrundstückspreise in der Eifel an und vergleichen diese mit dem Stadtbereich! Das wäre natürlich zu wenig. Wir stellen hier mit Freude fest, dass die Eifel ein sehr beliebtes Ausflugsziel für viele Menschen ist. Wir sind hier als Kinder aufgewachsen, unser Spielplatz war die Straße, waren Wiesen und Wälder. Die Infrastruktur der Eifel hat in den letzten Jahrzehnten nicht gelitten, sie ist modern und wird immer moderner. Das Kindergarten- und Schulangebot ist anspruchsvoller und oftmals besser wie in vielen Stadtbereichen. Das Angebot der Kirche kann sich sehen lassen, muss aber auch zwingend modernisiert werden.


Diese Herausforderungen sehen wir für unsere Region:


Die katholische Kirche muss in der Region Eifel an vielen unterschiedlichen Orten lebendig Kirche sein und als solche erfahrbar werden. Dazu sind Offenheit und Gastfreundschaft wesentliche Merkmale unserer inneren Haltung und unseres äußeren Erscheinungsbildes. Kirche muss lebendige Weggemeinschaft sein, die die Individualität und das Profil jedes und jeder Einzelnen wie auch der Pfarrgemeinden achtet und wertschätzt! Es gilt die Balance zwischen dieser Individualität der einzelnen Pfarrgemeinden / GdG und der Gemeinschaft in der Region zu schaffen und zu ermöglichen. Die Menschen zu motivieren - so unterschiedlich sie in ihrer Herkunft und Orientierung auch sind - in Kirche mitzumachen, um als Christen aktiv zu werden, die sich im Sinne des Evangeliums als „Menschenfischer“ verstehen. In diesem Sinne gilt es, vielfältige Talente zu erkennen und zu fördern.


Cuck: Es geht darum, eigenständiges kirchliches und religiöses Leben vor Ort zu fördern und zu sichern.


Piehler: Die katholische Kirche hat leider auch in unserer Region in den letzten Jahrzehnten in allen Ortschaften viele Menschen verloren. Die Gründe hierfür sind vielfältig, die Kirche als Institution ist hierfür aber auch mitverantwortlich. Hauptherausforderung für die Zukunft der katholischen Kirche in der Region ist ein modernisierter Rückgewinn der Menschen, denen die Inhalte unserer Bibel noch wichtig sind. Komisch ist ja, dass wir unser gesamtes Leben in diesem „alten Buch“ nachlesen können. Es gilt für die Zukunft engagierte ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden und diese zu begeistern. Nicht nur die Kirche steht vor diesem Problem, auch Vereine und Organisationen in der Region aber auch flächendeckend im ganzen Land stehen vor der gleichen Problematik. Kirche muss in Zukunft auch „Spaß“ machen. Lachen auf der einen Seite, unseren lieben Gott anbeten auf der anderen Seite. Die Zahl der Priester wird im nächsten Jahrzehnt nochmals drastisch zurückgehen – Kirche lebt aber nicht nur von den „Geweihten“, Kirche lebt in erster Linie von uns allen.


In diesem Feld sehen wir für unsere Region das größte Entwicklungspotential:

  • Förderung des Ehrenamtes
  • Qualifikation von ehrenamtlichen Mitarbeitern*innen zur Leitung von Wortgottesfeiern, und zum Beerdigungsdienst
  • Erteilung der Erlaubnis zur Taufspendung und Eheassistenz für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen
  • Kirche für Kinder – Rückzugsort innerhalb der Kapellen und Kirchen, Spielecken
  • Moderne Kirchenmusik