Zum Inhalt springen
Für Pioniere

Orte von Kirche

 

 

Vorläufiger Beschluss des Synodalkreises im Rahmen des synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozess „Heute bei dir“

Mentalitätswandel:

Der Synodalkreis befürwortet einen Mentalitätswandel hin zur Vielfalt von Orten von Kirche. Dieser Mntalitätswandel geht über die territoriale Struktur als primäres Ordnungsprinzip der Kirche im Bistum Aachen hinaus, und meint Orte von Kirche die Menschen in ihrem Glauben ansprechen und ihren Bedürfnissen gerecht werden. Sie sind nahe an der Lebensrealität von Menschen, sie setzen sich mit Fragen, Brüchen und Herausforderungen auseinander; sie können von Gruppen und Einzelnen initiiert, sowie induktiv und deduktiv erschlossen werden.

Orte von Kirche:

Der Synodalkreis nimmt wahr, dass Orte von Kirche vielfältig sind. Sie haben eine thematische, lokale, personelle oder institutionelle Ausrichtung. Orte von Kirche können sowohl nicht-kirchliche Orte, an denen Kirche bewusst teilhaben möchte und darf, als auch bereits kirchlich geprägte Orte sein. Sie können analog sowie digital, dauerhaft oder projekthaft bzw. fluide sein. Orte von Kirche haben einen Grundvollzug (diakonisch, katechetisch, liturgisch, in allem gemeinschaftsstiftend), der Kirche erkennbar macht. Sie sind auf die jeweils anderen Grundvollzüge von Kirche hin offen. Orte von Kirche haben sich für Leben und Glauben von Menschen als besonders relevant und förderungswürdig erwiesen, wenn sie der Freiheit, Begegnung, Ermöglichung nach den Entscheidungskriterien, die auch der vom Synodalkreis beschlossene Kompass enthält, sowie der Anschlussfähigkeit in die Kirche im Bistum Aachen dienen.

Anerkennung der Orte von Kirche:

Zur Anerkennung von Orten von Kirche benötigt es einen institutionellen Rahmen, in dem alle diese Orte ihre Ressourcen einbringen.

Der institutionelle Rahmen ist subsidiär auszugestalten, d.h. die Anerkennung findet primär im zukünftigen pastoralen Raum statt. Die künftige Pfarrei sichert die Qualität und die umfassende Berücksichtigung von Orten von Kirche, um die Gesamtheit der Grundvollzüge und der kirchlichen Milieus sicherzustellen.

Hierzu ist eine geeignete Repräsentation der Orte von Kirche in den Gremien des pastoralen Raums sicherzustellen.

Dieser vorläufige Beschluss zur Orte von Kirche (BAG 2) wurde am 13.11.2021 im KonsenT beschlossen.

Axel Jansen, Mitglied der Basis-AG

Axel Jansen

„Ich freue mich über den Beschluss, wenngleich der dritte Vorschlag unserer Basis-AG nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Allerdings bin ich gespannt, ob er sich an anderer Stelle wiederfindet."

Katrin Hohmann, Mitglied des Synodalkreises

Kathrin Hohmann

Der Beschluss möchte einen Mentalitätswandel zu einer Vielfalt von Orten von Kirche anregen, der über das bisherige Denken in traditionellen Pfarreistrukturen hinausgeht. Zum Teil gibt es solche neuen Orte bzw. Formate von Kirche schon und es werden sich weitere entwickeln, in denen sich Menschen mit ihrem Glauben, ihren Fragen und Bedürfnissen ernst genommen fühlen, die ihnen Gemeinschaft, Hilfsangebote oder andere Ausdrucksformen im Glauben bieten. Das kann eine Jugendkirche, ein Kloster, eine Krankenhauskapelle, eine Suppenküche oder eine alternative Gottesdienstgemeinde sein. Insgesamt sollen Neuaufbrüche gestärkt und als eigene Player im Raum der Kirche aufgewertet werden. 

Warum das Thema wichtig ist

  • Gotteserfahrung und kirchliche Gemeinschaft lassen sich nicht allein an herkömmliche Orte, Räume und Formen binden.
  • Menschen entdecken neben den traditionellen Orten auch neue Orte, die sie in ihrem Glauben ansprechen und ihren Bedürfnissen angemessen sind.
  • Religiöse Lebensbezüge verlagern sich in die digitale Welt.

Deshalb dürfen Orte von Kirche nicht mehr nur als physische Orte betrachtet werden. Die Kategoriale Seelsorge und ihre Begegnungsorte sind ebenfalls Orte von Kirche.

Für ein diakonisches Bistum Aachen

plädiert die Basis-AG 2: Orte von Kirche mit ihrem Bericht.Dies bedeutet einen Mentalitätswandel, der sich auf das ganze Wesen des Bistums Aachen beziehen und konsequent durch alle Inhalte und Strukturen durchbuchstabiert werden muss.Dann wird die Leitfrage für alles Handeln im Bistum: „Wozu dient die Kirche?“ An dieser Frage zeigt sich, dass für diesen Wandel nicht entscheidend ist, wie die Kirche mehr Menschen für sich gewinnen kann. Die Kirche muss sich vielmehr so verändern, dass sie sich mehr für die Lebenssituationen aller Menschen interessiert und lernt, näher bei den Menschen mit ihren Fragen, Brüchen und Herausforderungen zu sein.Die Basis-AG empfiehlt dazu, dass eine neue Art der Würdigung aller Orte von Kirche dialogisch entwickelt wird und eine Förderung neuer Orte von Kirche subsidiär unterstützend ist. Darüber hinaus muss es grundsätzlich möglich sein, sich auf allen Ebenen von Kirche partizipativ zu beteiligen.

Die konkreten Ziele

Oberziel

  1. Mentalitätswandel: In allem, was wir als Kirche tun, wollen wir Werkzeug des Reiches Gottes sein, wollen wir eine diakonisch-missionarische Kirche verwirklichen.
  2. Orte von Kirche sind anerkannt, gefördert und in das kirchliche Leben einbezogen
  3. Förderung neuer Orte von Kirche